Wappen Immobilien

Keine Verletzung der Aufsichtspflicht, wenn Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren beim Fahrradfahren zu dicht an geparkte Autos geraten und Schäden verursachen.

So entschied jetzt das Landgericht Koblenz in seinem Urteil vom 07.02.2018, Az. 13 S 2/18

Worum ging es in dem Rechtsstreit?

Zwei Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren waren mit ihren Fahrrädern zu einem nahegelegenen Spielplatz unterwegs. Dabei fuhren sie auf Anweisung ihrer Eltern auf der wenig befahrenen Straße und nicht auf dem Gehweg. Auf dem Weg zum Spielplatz veranstalteten beide Kinder plötzlich ein „Wettrennen“ mit ihren Rädern. Hierbei touchierten sie jedoch mehrere parkende Autos, wobei ein beträchtlicher Sachschaden entstand, wohl auch, weil die Gummiüberzüge an den Griffenden der Fahrräder fehlten bzw. defekt waren. Bei der Klägerin handelte es sich um ein Versicherungsunternehmen, welches die Schäden an den Fahrzeugen ersetzt hatte. Sie nahm nun die Beklagte, die die Aufsicht über die beiden Kinder führte, in Regress. Zunächst wurde das Verfahren am Amtsgericht verhandelt.

Die Klägerin vertrat die Auffassung, die Beklagte habe ihre Aufsichtspflicht verletzt, da sie die beiden Kinder unbeaufsichtigt Fahrrad habe fahren lassen. Überdies seien die Kinder von der Beklagten falsch instruiert worden, weil diese bis zur Vollendung des achten Lebensjahres mit Fahrrädern zwingend den Gehweg hätten benutzen müssen. Die Fahrräder seien auch nicht ordnungsgemäß mit Gummistopfen ausgestattet gewesen.

Die Beklagte verteidigte sich hiergegen mit der Argumentation, den Kindern sei der Weg zum Spielplatz bekannt gewesen. Dann seien beide Kinder über die Gefahren des Straßenverkehrs aufgeklärt worden. Die Aufsicht sei überdies in regelmäßigen Abständen durch Beobachtung der Kinder erfolgt.

Das Amtsgericht hatte die Klage abgewiesen, die Beklagte habe ihrer Aufsichtspflicht genügt. Die Kinder hätten sich mit sechs und sieben Jahren in einem Alter befunden, in welchem diese an die Teilnahme am Straßenverkehr hätten herangeführt werden sollen. Die Beweisaufnahme habe zudem bestätigt, dass die Kinder die örtlichen Begebenheiten gekannt hätten und im Rahmen der Verkehrserziehung in Kindergarten und Schule über die richtigen Verhaltensweisen aufgeklärt worden seien. Die Schäden wären wohl auch dann entstanden, wenn die Kinder lediglich den Gehwegbereich befahren hätten. Im Übrigen gehörten Gummistopfen an den Lenkerenden nicht zur erforderlichen Ausstattung eines Fahrrades.

Die Klägerin wollte die Entscheidung des Amtsgerichts nicht hinnehmen und legte gegen das Urteil Berufung ein.

Aber auch hier konnte die Klägerin mit ihrer Argumentation nicht durchdringen. Das Landgericht Koblenz hat die Berufung der Klägerin zurückgewiesen.

Nach Auffassung des Landgerichts richtet sich das Maß der gebotenen Aufsicht bei Minderjährigen u.a. nach

  • deren Alter,
  • Eigenart und Charakter des Kindes,
  • dem örtlichen Umfeld,
  • dem Ausmaß der drohenden Gefahren,
  • der Vorhersehbarkeit des schädigenden Verhaltens,
  • der Zumutbarkeit für den Aufsichtspflichtigen.

Zu berücksichtigen sei dabei, dass Kinder erfahrungsgemäß dazu neigten, Vorschriften und Anordnungen zu missachten und sich unbesonnen zu verhalten. Andererseits bestehe das Ziel, sie zu selbständigem und selbstverantwortlichem Handeln zu erziehen. Gemessen daran könne der Beklagten vorliegend eine Aufsichtspflichtverletzung nicht vorgeworfen werden.

Insoweit sei zu berücksichtigen, dass die beiden Schulkinder eine ihnen bekannte, wenig befahrene Straße zu einem nahegelegenen Spielplatz befahren hätten, eine Verkehrserziehung bereits erfolgt und die Beobachtung durch die Beklagte gewährleistet gewesen sei. Auf die Regelung der StVO, wonach Kinder bis zu einem bestimmten Alter den Gehweg zu befahren haben, könne sich die Klägerin überdies nicht berufen, da die Vorschrift nicht bezwecke, Dritte vor Schäden durch Kinder zu bewahren, sondern lediglich dem Schutz fahrradfahrender Kinder vor schnelleren Verkehrsteilnehmern diene. Eine Verpflichtung, nur mit intakten Gummistopfen an den Lenkerenden Fahrrad zu fahren, existiere ebenfalls nicht. Die Schäden beruhten letztlich auf dem eigenmächtigen Entschluss der Kinder, ein Wettrennen zu veranstalten.

Die Klägerin hat nach diesen Hinweisen die Berufung zurückgenommen.

Die Entscheidung des Amtsgerichts ist damit rechtskräftig.

Quelle: Pressemitteilung des Landgerichts Koblenz Nr. 5/2018 v. 07.05.2018

Ein „Wilder Streik“ des Flugpersonals entbindet die Fluggesellschaft nicht von Zahlung einer Entschädigungspauschale für Flugausfälle und Verspätungen.

Im Herbst 2016 waren viele Urlauber von den Folgen eines „Wilden Streiks“ des Flugpersonals einer Fluggesellschaft betroffen. Diese kündigte zuvor an, „Umstrukturierungsmaßnahmen“ durchzuführen, wonach sich das vorhandene Flugpersonal reihenweise krankmeldete und Flüge ausfallen mussten oder nur mit erheblicher Verspätung durchgeführt wurden.  

Gemäß der europäischen Fluggastrechteverordnung begehrten die betroffenen Urlauber von der mit ihrer Beförderung beauftragten Fluggesellschaft Entschädigungsleistungen für die erlittenen Flugausfälle/Verspätungen.

Zu Recht, wie nunmehr der EuGH in seiner Entscheidung vom 17.04.2018 (C-195 / 17) urteilte.

Entgegen der Ansicht der betroffenen Fluggesellschaft stellt ein „Wilder Streik“ keinen außergewöhnlichen Umstand dar, der es der Fluggesellschaft erlaube, sich von ihrer Verpflichtung zur Zahlung von Ausgleichsleistungen bei Annullierung oder großer Verspätung von Flügen zu befreien. Die Risiken, die sich aus der Ankündigung einer Umstrukturierung und der damit einhergehenden sozialen Folgen ergeben, seien hingegen Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit einer Fluggesellschaft.

Betroffene Urlauber können also ihre Entschädigungsansprüche für die erlittenen Reiseerschwerungen einfordern.

Gerne werden wir Sie hierbei unterstützen!

 

Regress des Scheinvaters

Mitunter soll es vorkommen, dass sich eine sicher geglaubte Vaterschaft später als Irrtum erweist. Nun hat der vermeintliche Vater dem Kind häufig nicht nur Zuneigung sondern auch finanzielle Leistungen dargebracht.

Wie sieht es hier mit einem möglichen Regress gegen den dann bekannt gewordenen biologischen Vater aus?

Mit dieser Frage hatte sich das OLG Celle in seiner Entscheidung vom 07.07.2017 – 21 UF- 53/17 auseinanderzusetzen.

Zunächst einmal hätte der Scheinvater die erbrachten Betreuungsleistungen zu monetarisieren. Hierzu werden seine Einkommensverhältnisse zugrunde gelegt, um zu ermitteln, in welcher Höhe ein Barunterhalt zu leisten gewesen wäre.

Dann macht der Scheinvater hier vermeintliche Unterhaltsansprüche des Kindes geltend. Das Kind hat gegen seinen Vater einen Auskunftsanspruch hinsichtlich der Einkommens- und Vermögensverhältnisse, die zur Unterhaltsberechnung erforderlich sind. Daher obliegt es dem Scheinvater nun auch die Leistungsfähigkeit des biologischen Vaters darzulegen.

Der Anspruch des Scheinvaters auf Rückzahlung von Unterhaltsleistungen sei der Höhe nach auf den Unterhaltsanspruch des Kindes, gegen seinen biologischen Vater zu beschränken.

Weiterhin soll der Scheinvater auch keinen höheren Betrag geltend machen können, als er selbst an Unterhalt geleistet hat.

Die Ansprüche aus übergegangenem Recht bergen also auch das Risiko in sich, einer nicht gegebene Leistungsfähigkeit des biologischen Vaters wirksam entgegentreten zu können. Immerhin, den Nachweis der für den gesetzlichen Mindestunterhalt unzureichenden Leistungsfähigkeit, hat in vorbeschriebener Konstellation der biologische Vater zu erbringen.

Der Regressanspruch des Scheinvaters entsteht mit Rechtskraft der Entscheidung über die Anfechtung der Vaterschaft, was für die Verjährungsfrist zu beachten wäre.

Wenn Sie Fragen zum Unterhaltsrecht haben, steht Ihnen Herr RA Mell als Ansprechpartner in familienrechtlichen Angelegenheiten gerne zur Verfügung!

Kein Vorrang des biologischen Vaters vor dem Rechtsvater

Mitunter können sozial-familiäre Beziehungen recht komplex sein. So etwa in einer Konstellation, über die der 12. Familiensenat des Bundesgerichtshofs vor kurzem zu entscheiden hatte (BGH, Beschluss vom 15.11.2017, XII ZB 389/16).

Die Kindesmutter unterhielt eine Beziehung zu einem Mann, mit dem sie 2 leibliche Kinder hatte, ohne mit diesem verheiratet zu sein. Die Kindesmutter trennte sich, wandte sich einem anderen Mann zu und wurde schwanger. Noch vor der Geburt kam es erneut zur Trennung. Die Kindesmutter wandte sich wieder ihrem früheren Lebensgefährten zu, der sich nach der Geburt nun um alle 3 Kinder kümmerte und die Vaterschaft auch für das 3. Kind anerkannte. Dann trennte sich die Kindesmutter erneut und wendete sich wieder dem leiblichen Vater ihres 3. Kindes zu, den sie nach einigen weiteren Trennungen schließlich heiratete.

Sowohl der rechtliche Vater der 3 Kinder als auch der leibliche Vater des 3. Kindes kümmerten sich um die 3 Kinder. Der rechtliche Vater erstritt diesbezüglich ein Umgangsrecht. Mit dem leiblichen Vater lebte die Kindesmutter sodann in häuslicher Gemeinschaft.

Der leibliche Vater begehrte dann die Beseitigung der Vaterstellung des rechtlichen Vaters für das von ihm abstammende 3. Kind der Kindesmutter.

Das Gesetz sieht für den leiblichen Vater grundsätzlich eine Anfechtungsmöglichkeit vor, soweit zwischen dem rechtlichen Vater und dem Kind noch keine sozial-familiäre Beziehung vorliege. Hier war nun die Besonderheit gegeben, dass eine solche Beziehung zwar gegeben sein könnte, jedoch der leibliche Vater ebenfalls eine sozial-familiäre Beziehung zu den Kindern unterhielt.

Das vorinstanzlich befasste Oberlandesgericht Hamm hatte noch zu Gunsten des leiblichen Vaters entschieden, indem es die gesetzlichen Grundlagen der gegebenen Situation anpasste. Der Gesetzgeber habe eine solche Konstellation bei Erlass der Regelungen zur Vaterschaftsanfechtung nicht bedacht.

Der Bundesgerichtshof stellte nun klar, dass die gesetzlichen Regelungen einen solchen Interpretationsspielraum nicht hergeben und einzig darauf abzustellen sei, ob der rechtliche Vater bereits eine sozial-familiäre Beziehung zu dem Kind unterhalte. Dem leiblichen Vater sei es auf Grund der Regelungen des Umgangsrechtes ohnehin nicht verwehrt, zusätzlich eine solche Beziehung zu dem Kind aufzubauen, ohne die Vaterstellung des Rechtsvaters zu beseitigen.

Wenn Sie Fragen zu dem Verfahren über die Vaterschaftsstellung oder zum Umgangsrecht haben, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Mell als Ansprechpartner in familienrechtlichen Angelegenheiten zur Verfügung.

Fremdbetreuung begründet keinen Mehrbedarf

Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden in den letzten Jahren immer vielfältiger ausgeweitet. Dies soll den Eltern den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern.

Doch was ist zu beachten, wenn das familiäre Gefüge durch Trennung der Eltern nicht mehr besteht und ein Residenzmodell, bei welchem ein Elternteil die Betreuung der gemeinsamen Kinder übernommen und der andere Elternteil barunterhaltspflichtig ist, gelebt wird?

Bislang konnte davon ausgegangen werden, dass die Kosten, die für die Betreuung eines Kindes anfallen, von den Elternteilen im Verhältnis ihres Einkommens in Form von „Mehrbedarf“ zu tragen sind. Bei den sich ausweitenden Betreuungsmodellen führte die Frage nach einer Grenze der Beteiligung des barunterhaltspflichtigen Elternteils zum Streit, über welchen letzten Endes der Bundesgerichtshof durch Beschluss vom 04.10.2017 (Aktenzeichen XII ZB 55/17) entschieden hat.

Grundsätzlich sei bei den Kosten der Fremdbetreuung zu unterscheiden:

Während der Bundesgerichtshof in der Betreuung eines Kindes durch staatliche Einrichtungen eine vornehmlich pädagogische/erzieherische Prägung sah und somit für die hierbei anfallenden Kosten einen Mehrbedarf des Kindes herleitet, soll die zusätzliche Betreuung durch eine Tagesmutter zur Ausweitung der Fremdbetreuungszeiten lediglich dem Zweck dienen, dem betreuenden Elternteil die Ausweitung der beruflichen Tätigkeit zu ermöglichen. Der betreuende Elternteil delegiere daher die ihm eigentlich obliegende Betreuungspflicht auf einen Dritten. An den hierbei entstehenden Kosten sei der barunterhaltspflichtige Elternteil grundsätzlich nicht zu beteiligen, da diese keinen Mehrbedarf des zu betreuenden Kindes darstellen.

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs ist interessant. Eine klare Linie zur Definition anfallender Betreuungskosten als Mehrbedarf vermag hierdurch jedoch nicht gezogen werden. Insbesondere durch die sich verändernden/ausweitenden Betreuungsformen besteht weiterer Klärungsbedarf:

Soll beispielsweise bei der Nachmittagsbetreuung durch eine staatliche Institution ein Mehrbedarf des Kindes gegeben sein? Steht hier ebenfalls noch der Erziehungsgedanke im Vordergrund oder doch die reine Betreuung?

Kann ein Mehrbedarf dadurch begründet werden, wenn für die Kindesbetreuung grundsätzlich eine Tagesmutter eingestellt und staatliche Institutionen gar nicht in Anspruch genommen werden?

Der Mehrbedarf eines Kindes kann vielfältig ausgestaltet sein und ist rechtlich grundsätzlich vor dem Hintergrund der individuellen Betreuungssituation einzuordnen. Wenn Sie Rückfragen zum Unterhaltsrecht haben, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Mell in familienrechtlichen Angelegenheiten gerne zur Verfügung.

 

Geldstrafe oder Haft bei Nichtausübung des Umgangs?

Die familienrechtlichen Regelungen eröffnen grundsätzlich die Möglichkeit, gerichtlich vollstreckbare Entscheidungen zum Umgang bei Nichteinhaltung zu sanktionieren. Die Festsetzung von Ordnungsgeldern oder Ordnungshaft könnte den Elternteil treffen, der sich nicht an die Umgangsvereinbarung hält.

Ob dies in allen denkbaren Szenarien zulässig erscheint, dürfte indes zweifelhaft sein.

Wie soll beispielsweise entschieden werden, wenn der umgangsberechtigte Elternteil kein Interesse am Umgang mit dem minderjährigen Kind zeigt und der betreuende Elternteil den Umgang durch Beantragung von Ordnungsmaßnahmen erzwingen möchte?

Das Oberlandesgericht Hamm hatte sich kürzlich mit einem vergleichbaren Sachverhalt auseinanderzusetzen und letztlich entschieden, dass in solchen Konstellationen Ordnungsmittel nicht anzuordnen seien (OLG Hamm, Beschluss vom 25.07.2017 – 6 WF 179/17).

Die Umgangspflicht eines Elternteils gegen dessen Willen könne nach Ansicht des Oberlandesgerichts Hamm nur ausnahmsweise vollstreckt werden, wenn im Einzelfall konkrete Anhaltspunkte dafür sprächen, dass der erzwungene Umgang dem Kindeswohl diene.

Der zwangsweise Umgang mit einem Elternteil, der gegen den Willen dieses Elternteils durchgesetzt wird, dürfte dem Kindeswohl jedoch nicht dienen, was bereits das Bundesverfassungsgericht zutreffend feststellte (BVerG, FamRZ 2008, 845).

Hiernach werde bei einem erzwungenen Umgang, der dem Willen und auch den Gefühlen eines Elternteils widerstrebe, das Kind, anstelle der angestrebten Zuwendung, die Ablehnung gerade von seinem Elternteil spüren.

Sinnvoll erscheint die gerichtliche Festsetzung von Ordnungsgeldern oder Ordnungshaft sicherlich dann, wenn der Umgang mit dem minderjährigen Kind durch den anderen Elternteil unterbunden wird, obgleich sowohl das Kind als auch der umgangsberechtigte Elternteil den Umgang wünschen.

Wenn Sie Fragen zum Umgangsrecht haben, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Marius Mell als Ansprechpartner in familienrechtlichen Angelegenheiten gerne zur Verfügung.

Neuerungen zum 01.01.2018 beim Kindesunterhalt

Die Höhe des Kindesunterhaltes bemisst sich anerkanntermaßen an der „Düsseldorfer Tabelle“.

Diese Tabelle unterliegt aufgrund steigender allgemeiner Lebenshaltungskosten einer steten Anpassung. Zum 01.01.2018 erwarten Unterhaltsberechtigte und Unterhaltspflichtige einige Neuerungen:

Die erste Einkommensstufe weist zukünftig ein bereinigtes Nettoeinkommen von bis zu 1.900 € aus (bisher 1.500 €), was zu einer moderaten Erhöhung des Mindestunterhaltes führen wird.

Gleichzeitig werden die weiteren Einkommensstufen jedoch ebenfalls nach oben angepasst, was in vielen Fällen dazu führen dürfte, dass Unterhaltspflichtige ab dem 01.01.2018 in eine niedrigere Einkommensgruppe „rutschen“ werden und dann eine geringere Unterhaltszahlung zu leisten haben.

Es wird durch die Anpassungen nunmehr auch den gestiegenen Lebenshaltungskosten der Unterhaltspflichtigen Rechnung gezollt, wobei es bei den Anpassungen der vergangenen Jahre ausschließlich darum ging, die Unterhaltsbeiträge zu Gunsten der Berechtigten anzuheben.

Sollten Sie Kindesunterhalt beziehen oder selbst unterhaltspflichtig sein, kann sich eine Überprüfung lohnen.

Wenn Sie Fragen zu den Änderungen der Düsseldorfer Tabelle oder zum Unterhaltsrecht haben, steht Ihnen Herr RA Mell als Ansprechpartner in familienrechtlichen Angelegenheiten gerne zur Verfügung!

Der Güterstand als Steuersparmodell

Ist ein Ehegatte vermögender als der andere, kommt es häufig zu Übertragungen/Schenkungen an den weniger vermögenden Ehegatten.

Um eine Besteuerung der Schenkung zu vermeiden, hält man sich an den gesetzlich zugestandenen Freibetrag unter Ehegatten in Höhe von derzeit 500.000 €. Nach einer solchen Übertragung ist der Freibetrag allerdings grundsätzlich für die nächsten 10 Jahre ausgeschöpft worden.

Leben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft besteht oftmals eine bessere Möglichkeit, während der Ehezeit erworbenes Vermögen steuerneutral auf den weniger vermögenden Ehegatten zu übertragen. Durch Beendigung des Güterstandes entsteht für den weniger vermögenden Ehegatten ein Zugewinnausgleichsanspruch, der die schenkungssteuerrechtlich relevanten Freibeträge grundsätzlich unberücksichtigt lässt.

Nach Durchführung des Zugewinnausgleichs könnte der Güterstand erneut gewechselt werden, so dass sich die vorgeschriebene Vorgehensweise beliebig oft wiederholen ließe. Eine Grenze ist erst dann erreicht, wenn dem weniger vermögenden Ehegatten auch aus erbrechtlicher Sicht eine Überversorgung zugewendet werden soll.

Wenn Sie Fragen zur Beendigung des Güterstandes oder anderen Bereichen des Familienrechts haben, steht Ihnen Herr RA Marius Mell gerne als Ansprechpartner zur Verfügung!

Effektiver Schutz vor Gewalt und Nachstellung möglich!

Gewalt und Nachstellung stellen bei Scheitern einer Beziehung häufig keine Ausnahme dar. Daher hat der Gesetzgeber mit dem Gewaltschutzgesetz eine Möglichkeit geschaffen, gegen derartige Belästigungen effektiv vorzugehen.

Neben der Erstattung einer Strafanzeige, besteht so die Möglichkeit, gegen den Täter im Zuge eines familiengerichtlichen Verfahrens umgehend eine einstweilige Anordnung zu erwirken, wonach sich der Täter beispielsweise der ehemals gemeinsamen Wohnung nicht mehr nähern oder diese gar betreten darf. Gleichzeitig kann die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes zu der zu schützenden Person beschlossen werden. Auch Kontaktversuche jeder Art des Täters zum Opfer können auf diese Weise untersagt werden.

Das Erwirken einer derartigen Anordnung stellt auch deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Strafanzeige dar, weil die Polizei vom Erlass einer solchen familiengerichtlichen Anordnung Kenntnis erlangt und präventiv tätig werden kann.

Wer gegen eine getroffene Anordnung verstößt, wird im Übrigen mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, so dass ein Täter auch rasch die Konsequenzen seines Handelns zu spüren bekommt.

In den Schutzbereich des Gesetzes fallen nicht nur (ehemals) verheiratete Paare, sondern auch temporäre Lebenspartnerschaften und auch Personen, die gar keine Beziehung miteinander geführt haben.

Wenn Sie in vorbeschriebener Weise belästigt werden, sollten Sie sich nicht mit einer Rolle als Opfer abfinden, sondern effektiv gegen Belästigung und Gewalt vorgehen. Hierbei stehen wir Ihnen zur Seite.

Wenn Sie Rückfragen zum effektiven Gewaltschutz oder anderen familienrechtlichen Themenkomplexen haben, steht Ihnen Herr Rechtsanwalt Marius Mell gerne zur Verfügung.

 

Scheidungskosten steuerlich nicht absetzbar!

Seit einer Gesetzesänderung im Jahre 2013 sind Prozesskosten steuerlich grundsätzlich nicht absetzbar. Unter dieses Abzugsverbot für Prozesskosten fallen auch die Kosten einer Ehescheidung. Für Rechtsklarheit hat hier der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner am 16.08.2017 veröffentlichten Entscheidung (AZ: VI R 9/16) gesorgt.

Zurückliegend konnten die Kosten der Ehescheidung als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden.

Eine Absetzbarkeit sei seit der Gesetzesänderung allerdings nur noch dann gegeben, wenn der Steuerpflichtige ohne die Aufwendung Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht mehr befriedigen zu können.

Grundsätzlich wird man wohl sagen müssen, dass ein Ehegatte die Kosten für eine Scheidung jedoch nicht zur Sicherung seiner Existenzgrundlage aufwendet. Die Richter des Bundesfinanzhofs hatten sich ebenfalls mit dieser Problematik auseinanderzusetzen. Der BFH vertritt die Auffassung, dass hiervon nur ausgegangen werden könne, wenn die wirtschaftliche Lebensgrundlage des Steuerpflichtigen bedroht sei.

Wenn Sie Fragen zu den Kosten eines Scheidungsverfahrens haben, steht Ihnen Herr RA Mell als Ansprechpartner in familienrechtlichen Angelegenheiten zur Verfügung!